Allgemein Lifestyle

Hashi(moto) ist kein Schnupfen

Heute geht es mal nicht um ein Outfit sondern um etwas, das ich in meinem Körper trage. Ein ernstes Thema, das mir aber sehr am Herzen liegt. Deshalb heute mal eine andere Seite von mir.

Vor knapp 5 Jahren wurde bei einer betriebsärztlichen Untersuchung festgestellt, dass ich an Hashimoto-Thyreoiditis* leide.

_Y7A3549

Es war eine routinemäßige Untersuchung in meiner damaligen Firma durch die Betriebsärztin. Mir wurde dabei Blut abgenommen. Einige Tage nach der Untersuchung hatte ich ein Gespräch mit der Ärztin (für mich bis dahin auch noch immer ein Routinegespräch) – bis sie mir mitteilte, dass ich an Hashimoto und zusätzlich an einer Schilddrüsenunterfunktion leide.

Für mich erstmal verwirrend – Hashimoto, unter Betroffenen auch Hashi genannt – klang für mich im ersten Moment erstmal so, als müsste ich Gesundheit wünschen. Aber diese Erkrankung, die viel weiter verbreitet ist, als man annimmt, ist nichts, worüber man Witze macht. Wie natürlich über keine Erkrankung.

Ich konnte mir bis zur Diagnose gar nicht erklären, was mit mir los ist.

Ich war ständig müde, habe stark an Gewicht zugenommen, ohne dass ich etwas an meinem Lebensstil verändert hatte. Ich fühlte mich sehr häufig niedergeschlagen, mir war ständig kalt.

Ich hatte folgende Symptome:

  • Ständige Müdigkeit
  • Starke Gewichtszunahme
  • Niedergeschlagenheit, depressive Verstimmung
  • Ständiges Frieren
  • Niedrige Körpertemperatur
  • Motivationslosigkeit
  • Häufiges Räuspern
  • Belegte Stimme
  • Verringerte Libido

Bis zur Diagnose habe ich stark an mir gezweifelt, wußte einfach nicht, was mit mir und meinem Körper los ist.

Als Teenager wurde bis dahin zuletzt meine Schilddrüse untersucht, damals war noch alles in Ordnung.

Nun also die Diagnose – mein TSH-Wert (neben diesem wird beim Bluttest ebenfalls der T3 & T4-Wert abgeklärt) lag 17 x über dem Richtwert – Hashimoto-Thyreoiditis und dazu eine Schilddrüsenunterfunktion.

Endlich hatte ich etwas Greifbares, etwas, das erklärte, warum es mir so ging, wie es mir ging.

Diese Erkrankung ist eine Autoimmunerkrankung – das bedeutet, gerade im Fall von Hashimoto, dass der Körper das Schilddrüsengewebe zerstört.

Man unterscheidet bei Hashimoto zwei verschiedene Formen:

  • Hypertrophie – hierbei ist die Schilddrüse vergrößert
  • Atrophie – hier ist die Schilddrüse stark verkleinert

Die genaue Ursache dieser Autoimmunerkrankung ist noch nicht hinreichend durch die Medizin geklärt. Was jedoch wahrscheinlich ist, ist, dass diese Erkrankung innerhalb der Familie gehäuft auftreten kann.

Solltet Ihr oder z. B. jemand Eurer Geschwister also diese Diagnose erhalten, sprecht mit den anderen und bittet sie, sich auch untersuchen zu lassen – dies auch in regelmäßigen Abständen, denn die Erkrankung kann auch zu einem späteren Zeitpunkt auftreten.

Nun ist es so, dass man nach der Diagnose medikamentös eingestellt wird. Dies kann ein wenig dauern, also bis man die richtige Dosierung ermittelt hat. Und dann ist es so, dass man täglich seine Tablette nimmt und seine Schilddrüse von einem Endokrinologen regelmäßig untersuchen und überprüfen lassen sollte.

Bei mir ist es so, dass meine Schilddrüse immer kleiner wird. Bei meiner letzten Untersuchung wurde wieder eine deutliche Verkleinerung festgestellt.

Durch die Einnahme der Tabletten habe ich einige der bereits oben aufgeführten Symptome viel besser im Griff.

Seit knapp 4-5 Jahren lebe ich nun mit einer Autoimmunerkrankung, die andere dazu veranlasst, einem Gesundheit zu wünschen, wenn man darüber spricht, zumindest, wenn man diese Erkrankung „liebevoll“ Hashi nennt.

Hashi und ich haben uns miteinander arrangiert.

Ich achte darauf, meine Tablette zu nehmen und mich regelmäßig durchchecken zu lassen. Ausserdem vermeide ich nach Möglichkeit die Aufnahme von Jod (denn dieses kann die Erkrankung auslösen, sofern man übermäßig viel Jod zu sich nimmt) – und mein Hashimoto gibt alles, eingedämmt zu bleiben.

Wenn also auch Ihr Euch in einigen der oben genannten Symptome wiederfindet (es gibt noch weitere – unten aufgeführt ein Link zu einer genaueren Erklärung), und diese nicht zuordnen könnt, nicht wisst, was mit Euch los ist – dann ab zum Arzt (was man in regelmäßigen Abständen ja immer mal machen sollte) – und lasst Euch durchchecken.

Dazu wird erstmal nur Blut abgenommen – ein kleiner Pieks, der Euch aber zu Klarheit und zu einer Verbesserung Eures Befindens und damit Eures Lebens führen kann.

Eure Sandra <3

_Y7A3572

*Genaueres zu Hashimoto-Thyreoiditis findet Ihr im www – eine genaue Übersicht erstmal hier

Fotos: A. Wascher Photographer

You Might Also Like

1 Comment

  • Reply
    sasisraaainbowlife
    3. März 2016 at 8:57

    Ich bin grad ein wenig sprachlos – so hätte ich nie erwartet das du Hashi hast. Meine Cousine hat es auch und somit weiß ich ein wenig wie du dich vermutlich fühlst. Hut ab das du trotzdem eine so starke und lebensfrohe Frau bist. Ich drück dich! <3

Kommentar verfassen

%d Bloggern gefällt das: