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Der Traum vom langen Haar – ein Alptraum

Meine Haare und ich, wir haben eine sehr rege Beziehung – man könnte auch sagen, ich bin sehr flexibel, was die Gestaltung meiner Frisuren angeht.

Manchmal sind meine Haare dann nicht ganz so euphorisch wie ich.

In all den Jahren und nach allen möglichen Experimenten gab es in diesem Jahr dann aber zum ersten Mal zwei Situationen, in denen meine Haare und auch ich sehr gelitten haben.

Aber nun zum heutigen Thema.

Lange Haare sind für mich immer etwas ganz Tolles. Ich bewundere bei anderen immer das lange, dichte Haar und was sich alles damit anstellen lässt. Es ist auch eine besondere Form der Weiblichkeit.

Richtig richtig lang waren meine Haare noch nie, aber ich war schon ein paar Mal auf einem guten Weg, bis ich dann kurz vor dem Ziel mal wieder was Neues brauchte.

Nun kam für mich eine Haarverlängerung mittels Schweißtechnik nicht in Frage – zum einen wollte ich nicht irgendwann mit einer Sinead O’Connor Gedächtnisfrisur herumlaufen, zum anderen ist dies meist sehr kostenintensiv.

Und dann hörte ich von einer Technik, die haarschonend und auch nicht exorbitant teuer sein soll.

Ich hörte mich um und fuhr zu einem Afroshop der viele gute Bewertungen und Kommentare hatte. Dort werden Echthaartressen in das vorhandene, eigene Haar eingeflochten, wodurch das Haar keinen bzw. wenig Schaden nehmen soll.

Ich machte vor Ort (nach Begutachtung meiner Haare) einen Termin und suchte mit der Ladeninhaberin passende Tressen (die letztlich genau meinem gesträhnten Haar glichen) aus. Der Preis der mir genannt wurde war auch im Rahmen und so freute ich mich auf meinen Termin, der da zwei Tage später stattfinden sollte.

Am Tag meines Termines angekommen und nach einiger Wartezeit war es dann endlich soweit.

Ich war total aufgeregt und wußte ja auch nicht wirklich, was auf mich zukommt. Die Angestellte fing also fleißig an, Partien meiner Haare zu einem Kranz zu flechten – es wurde im Nacken angefangen (wobei man sagen muss, dass dort meine Haare momentan richtig kurz sind) – sie bekam es hin und es wurde eine Haarsträhne der Tressen mit eingeflochten.

Dann wurde die Tresse mit einem Faden an der geflochtenen Strähne mittels Nähen befestigt.

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Das Ganze wurde dann 5 x wiederholt bis ich lange Haare hatte.

Alles in allem hat es 1,5 Stunden gedauert.

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Klingt bis dahin eigentlich ganz gut – eigentlich, denn heute sind meine Haare wieder so kurz wie vor der Prozedur und ich habe Schmerzen.

Anfangs fühlte ich mich verkleidet, das auf meinem Kopf fühlte sich an wie ein Helm und es war nicht ich. Klar, für andere sah es ganz schön, vielleicht auch ein wenig fad aus – habe ich doch sonst einen flotteren Look.

Dazu kam, dass es sehr warm war und die Haarpracht auf meinem Kopf nicht gerade dazu beitrug, dass ich mich wohl fühlte.

Es tat beim Liegen weh, da dachte ich mir noch, es sei nur Gewöhnungssache – es tat im Alltag weh, zog, ziepte, war einfach nur schlimm.

Und dann, nach dem ersten Waschen hatte ich das Gefühl, mehrere Leute ziehen meinen Hinterkopf nach hinten – so schwer wurde alles – sicher, auch eine Gewöhnungssache. Aber die Haartressen rochen im nassen Zustand (trotz Shampoo & Pflege) einfach fürchterlich – künstlich.

Noch am gleichen Tag, zwei Tage nach Verlängerung, hielt ich es einfach nicht mehr aus und bat meine Friseurin, mir die Tressen zu entfernen.

Und dann kam der große Schreck – es wurde nicht eine Tresse pro geflochtener Strähne befestigt, sondern 3 übereinander (zwei komplette Pakete Haartressen) – viel zu viel Gewicht für meine Haarwurzeln und für meine Kopfhaut. Meine Friseurin und ich waren total geschockt.

Heute habe ich meinen Kopf wieder – einen lädierten Kopf. Die Kopfhaut tut weh, es juckt und ich habe einen Ausschlag – aber trotzdem hatte ich Glück, dass wir so schnell gehandelt haben, nicht gewartet haben, bis ich mich vielleicht daran gewöhne. Denn meine Haare hätten brechen können und dann hätte ich „Nothing compares to you“ singen können und meine verlorenen Haare betrauert.

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Mein Fazit: Ich mache sowas niemals mehr wieder und kann jeden nur bitten, fragt noch genauer nach, informiert Euch, lasst Euch erklären. Überlegt Euch genau, was Ihr macht, was Ihr machen lasst und züchtet lieber natürlich, versucht Clip-ins oder lasst Euch vom Profi eine richtige Haarverlängerung machen, wenn Ihr das möchtet.

Ich bin durch mit  dem Thema – hoffe, mein Kopf erholt sich schnell und bin einfach nur froh mit meinen eigenen, kurzen und flippigen Haaren.

Der Traum vom langen Haar – für mich wurde er zu einem Alptraum.

Eure Sandra <3

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