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Zu dick, zu dünn, zu was auch immer… no more Body Shaming please!

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Hallo Ihr Lieben,

Ihr habt sicherlich letzten Sonntag einen Outfitpost von mir vermisst. Da ich aber das ganze Wochenende mit meiner Mutter auf dem Ostermarkt war (wir stellen Marmeladen und Liköre her und verkaufen diese), bin ich nicht zum Shooten und Bloggen gekommen.

Kommenden Sonntag gibt es aber einen neuen Outfitpost, versprochen.

Damit es hier nicht allzu still ist und weil mir ein Thema auf der Seele brennt, gibt es heute mal wieder was Getextetes.

Einige von Euch wissen ja, dass ich bei Facebook in verschiedenen +Size-Gruppen aktiv bin. Dort werden die Outfits des Tages von den Gruppenmitgliedern gepostet oder jemand hat eine Frage zu einem Kleidungsstück.

Sei es drum. Wie komme ich nun auf den Titel dieses Posts?

In besagten Gruppen poste auch ich gerne (nicht täglich) meine Outfits, eben, was ich an dem jeweiligen Tag so trage. Und dabei passiert es mir öfter, dass ich gefragt werde, was ich denn in einer +Size-Gruppe mache, schließlich wäre ich ja dünn?!

Jetzt fragst Du Dich beim Lesen sicher wo mein Problem ist, das ist doch ein Kompliment.

Nein, ist es nicht. Ob man nun gesagt bekommt, man ist zu dick, zu dünn, zu klein, zu groß, zu hell, zu dunkel zu was auch immer – all das gehört zum sogenannten Body Shaming und ich finde, dafür ist einfach kein Platz – jedenfalls nicht in meinem Leben.

In einigen der Gruppen, in denen ich Mitglied bin, ist die Mindestkleidergröße eine 44 um dort aufgenommen zu werden.

Ob ich das jetzt gut finden soll oder nicht sei mal dahingestellt. Denn +Size fängt in der Modeindustrie schon bei Größe 38 an – das ist Wahnsinn oder? Aber es ist so. Und damit sollte man ja in einer +Size-Gruppe theoretisch schon mit ner kleinen Kleidergröße Willkommen sein.

Das ist aber ein anderes Thema.

Mir geht es heute um Body Shaming. 

Menschen vergleichen sich gern mit anderen Menschen – positiv wie negativ. Aus der Sicht einer Frau kann ich Dir sagen, dass Frauen die wildesten Gedankengänge haben, wenn sie eine andere Frau sehen. Das läuft in Bruchteilen von Sekunden ab. Wir vergleichen uns – ist sie schlanker, größer, kleiner, hat tolle Kurven, schöne Haare, tolle Augen usw. usw. – wir suchen meist bei anderen Frauen das, was wir glauben nicht zu haben.

Ich schaue mir gern andere Frauen an – und ich habe keinen Hang zu Frauen – aber ich finde, Frauen sind tolle Wesen. Und natürlich finde ich auch oft etwas, das ich auch gern hätte, aber eben nicht habe. Sei es von Natur aus nicht oder eben noch nicht (wie zum Beispiel lange Haare).

Wenn es aber damit losgeht, dass man Negatives an anderen sucht und das dann eben die Oberhand gewinnt und ich dies dann auch noch ausspreche, dann sorge ich damit dafür, dass mein Gegenüber sich verletzt und unwohl fühlt.

Ich hab früher schon darüber geschrieben, dass ich nicht verstehen kann, warum wir alle nicht mehr zusammenhalten – warum wir uns immer gegenseitig schlecht machen müssen. Das will mir einfach nicht in den Kopf.

Egal in welchem Bereich, sei es im Privatleben, im Job oder im Internet – wir alle sind immer unzufriedener (mit uns und unserem Leben) und das laden wir auf anderen ab, möchten, dass diese sich in dem Moment mindestens genauso schlecht fühlen, wie wir es eigentlich selbst tun.

Und ich finde, anderen zu sagen, sie wären in einer Gruppe nicht richtig, weil sie zu dünn sind, ist genauso wenig ein Kompliment, wie dieser Person zu sagen, dass sie zu dick ist.

Dieses Recht hat keiner – jeder hat seinen eigenen Körper. Bei jedem verteilt sich das Gewicht anders, jeder lebt anders und jeder entscheidet selbst, wie er sein möchte, wie er aussehen will.

Wir alle schreien immer, dass wir nicht möchten, dass die Medien, die Modeindustrie uns diktiert, wie wir auszusehen haben, schreiben es aber im kleinen Kreis anderen wieder vor.

Ich bin ein Inbetweenie

Immer schon – schon seit meinem 9. Lebensjahr um genau zu sein. Denn bis dahin war ich die Jüngste von 3 Kindern, das Nesthäkchen. Und dann war meine Schwester geboren und schon war ich ab diesem Zeitpunkt ein Inbetweenie.

Das ist bis heute so (klar, ich bin immer noch ein Mittelkind). Aber auch was meine Konfektionsgröße angeht bin ich ein Inbetween. Ich trage eine Konfektionsgröße 42/44 (und ich hoffe, ich fliege deshalb jetzt nicht aus der ein oder anderen Gruppe raus, weil ich eben nicht genau 44 trage).

Somit bin ich weder dünn noch dick in den Augen einiger. Dafür kann ich aber nicht überall nach Herzenslust Kleidung kaufen.

Für mich ist das ne gedachte Sackgasse. Die einen sagen, ich gehöre nicht zu Plussize und in den meisten Geschäften bekomme ich aber nichts zum Anziehen.

Was soll ich jetzt machen? Abnehmen bis ich in die gängigen Größen passe? Zunehmen, damit ich weiterhin in allen Gruppen bleiben kann und auch als vollwertiges Mitglied akzeptiert werde?

Ihr merkt schon, wie „schwachsinnig“ diese Gedanken sind oder?

Ich bin Mensch – und ich bin eine Frau, die sich gern gut anzieht und Wert auf ihre Optik legt.

Ich kehre nur vor meiner Tür. Ich verurteile niemanden und ich haue nicht alles, was mir durch den Kopf geht anderen vor den Latz (wie man so schön sagt).

Wir alle sind aufgeklärte Menschen mit Seelen. Aber oft frage ich mich, wo ist denn der Anstand geblieben? Warum muss ich andere fertig machen?

Schluß damit. 

Ich versuche nach dem Grundsatz zu leben:

„Was Du nicht willst, was man Dir tut, das füg‘ auch keinem anderen zu…“

Das hat meine Oma immer schon gesagt (tolle, schlaue Frau).

Ausserdem glaube ich immer an Karma – ich glaube, dass Gutes (und natürlich auch Schlechtes) irgendwann auf einen zurückfällt. Sicher bin auch ich nicht frei von Fehlern, aber ich versuche immer überlegt zu handeln.

Sagt lieber etwas Nettes zu einer Person und wenn Ihr nichts Nettes zu sagen habt, dann sagt lieber gar nichts.

Aber macht Euch nicht gegenseitig fertig und vor allem

Schluß mit Body Shaming!

Ihr seid alle schön – jeder auf seine Art und jeder ist liebenswert.

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Titelbild: Gezeichnetes Licht

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3 Comments

  • Reply
    aenderedeinezukunft
    30. April 2017 at 11:00

    Liebe Sandra, ich habe gerade deinen Blog gefunden und deine Worte berühren mich sehr, vielen Dank dafür 😍! Durch Medikamente erlebe ich auch ein auf und ab und es ist so ätzend. Die Kleiderindustrie macht es nicht besser :-(.
    Ich wünsche dir einen schönen Tag.

    Lg Anna

  • Reply
    Sorryimawkwardsorry
    7. Mai 2017 at 20:49

    mir wurde auch schon seit meiner kindheit gesagt „If you don’t have anything nice to say then don’t say anything at all“ daran versuche ich mich auch zu halten.
    bin übrigens auch ein „Inbetweenie“ mit meiner 42/44

    • Reply
      colorfulcurves
      7. Mai 2017 at 20:50

      Da ticken wir also beide gleich, nicht nur bei der Konfektionsgröße 😊🌺

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