Allgemein Kolumne

#MeToo

Dieser Hashtag geht momentan um die Welt – und das ist auch gut so.

Die Schauspielerin Alyssa Milano hat diesen Hashtag ins Leben gerufen um ein Zeichen gegen sexuelle Belästigung und Übergriffe zu setzen.

Ihren Post in übersetzter Form füge ich hier an:

 „Schrieben alle Frauen, die sexuell belästigt oder genötigt wurden, me too (ich auch) in ihren Status, entwickelten die Menschen vielleicht ein Gefühl für das eigentlich Ausmaß dieses Problems. Wenn Du sexuell belästigt oder angegriffen wurdest, schreibe ‚me too‘ als Antwort auf diesen Tweet.“

Auch ich habe bei Facebook und Instagram einen Post mit #MeToo erstellt und dann überlegt, ob ich das mache und dann umkommentiert stehen lasse.

Dieser Blog ist nicht nur ein Fashionblog – dieser Blog ist ein riesengroßer Teil von Markus und mir. Und da auch das Erlebnis, was zu dem #MeToo geführt hat, ein Teil von mir ist, möchte ich versuchen, darüber zu schreiben.

Ich bin mit 18 das erste Mal von zu Hause ausgezogen und zu meinem damaligen Freund gezogen, der älter war als ich – knapp 12 Jahre. Ich habe damals nach der Ausbildung bei meinem Vater gearbeitet, er hatte sich selbstständig gemacht und eine Kneipe übernommen.

Unser Leben hatte sich zu dem Zeitpunkt stark verändert. Ich arbeitete tagsüber und war abends zu Hause, er ging abends in die Kneipe und kam irgendwann in der Nacht nach Hause.

Irgendwann gewöhnte er sich an mit den Gästen zu trinken und kam deshalb nicht immer nüchtern nach Hause.

Eines Nachts, ich schlief wie immer, wenn er heimkam, versuchte er mich zu wecken – er hatte eine Alkoholfahne und wollte mehr…

Ich war müde und wollte weiterschlafen, außerdem roch ich seine Alkoholfahne und wollte nicht.

Er hat das Nein von mir nicht akzeptiert, auch dass ich währenddessen weinte und versuchte ihn abzuhalten, hatte ihn nicht interessiert. Irgendwann war er dann fertig und drehte sich um und schlief ein. Ich war völlig paralysiert und verstört.

Kurz darauf trennte ich mich von ihm.

Ich muss ehrlich sagen, dass ich erst viel später realisiert habe, was er getan hatte – dass er mich vergewaltigt hat. Ich habe Jahre später mit meiner Mutter darüber gesprochen,  später erst mit meinem engsten Umfeld.

Wenn man in einer Beziehung ist, dann ist ein Nein auch ein Nein. Eine Beziehung ist keine Rechtfertigung den anderen zu etwas zu zwingen. Auch in einer Beziehung ist so etwas eine Vergewaltigung.

Damals war ich vielleicht auch ein klein wenig naiv und zu verschüchtert. Heute, was über 20 Jahre später ist, bin ich selbstbewußter und würde meinem Ich von damals gern sagen, dass ich nichts falschgemacht habe, dass ich mich aber viel eher hätte trennen müssen und dass ich hätte aussprechen sollen, was er mir angetan hat.

Ich habe ihn demnach auch niemals damit konfrontiert, weil es mir einfach nicht bewußt war, ich weiß nicht mal, ob ihm klar war, was er getan hat.

Ich habe lange überlegt, ob ich das hier schreiben soll – aber wenn nicht hier, wo dann?

Sexuelle Belästigung, sexuelle Übergriffe sind NICHT OK – sie sind schäbig, herabwürdigend und schwach.

Ich wollte dies gern mit Euch teilen und meinem #MeToo ein Gesicht geben.

Wenn Euch eine Situation widerfährt, in der Ihr, Euer Körper, Eure Seele angegriffen wird, dann habt den Mut das auszusprechen, lasst Euch nicht gefallen, was man Euch antut und sprecht auch mit Eurem Umfeld darüber.

Niemand hat das Recht einem anderen seinen Willen aufzuzwingen!

Sandra_kleiner

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